Warum Medikamente in Deutschland überteuert sind

Im Vergleich zu anderen Ländern sind Medikamente in Deutschland wesentlich teurer, da die Pharmaindustrie die Preise für neue Arzneimittel eigenständig festlegen kann. Bislang handelt es sich hierbei um ein Monopol, das nach den Plänen der Koalition durch ein neues Gesetz aufgebrochen werden soll.

Ein solches Monopol gibt es außerhalb von Deutschland nur in den kleinen europäischen Ländern Malta und Dänemark. Nach den Ergebnissen des Arzneiverordnungsreports 2010 sind Medikamente in Deutschland um 50 bis 100 Prozent teurer als in den benachbarten Ländern.

Sehr deutliche Preisunterschiede zeigen sich nach dem AVR bei Generika. Die Medikamente, deren Patentschutz bereits abgelaufen ist, werden mit deutlichen Preisaufschlägen angeboten. Kostet die 100er-Packung des Mittels Omeprazol in Schweden nur 9,36 Euro, müssen in Deutschland 60,46 Euro berappt werden. Hierbei handelt es sich um einen Preisaufschlag um knapp 550 Prozent.

Die Gründe für die Preisunterschiede liegen den Möglichkeiten der Pharmaindustrie zugrunde. Deutschland gilt als größter Arzneimittelmarkt in Europa. Während die Preise in fast allen EU-Ländern durch den Staat reguliert werden, können die Unternehmen hierzulande frei agieren. Deutschland hebt mit den Preisen den Durchschnitt auf EU-Ebene erheblich nach oben, sodass die Pharmaindustrie mehrfach von dem ungezügelten Preiswettbewerb profitieren kann.